Persönlichkeitsrechte bei YouTube: Berichterstattung über Verursacher eines Verkehrsunfalls

Laut dem OLG Hamm, Urteil vom 07.08.2013 (Az. 3 U 71/13), kann das Informationsinteresse der Öffentlichkeit an einem Verkehrsunfall – hier mit fahrlässiger Tötung –  die identifizierende Berichterstattung mittels auf YouTube eingestellter Videos rechtfertigen. Grundsätzlich überwiegt das Informationsinteresse der Öffentlichkeit in Fällen aktueller Berichterstattung über Straftaten. Wer die gesetzlichen Grenzen überschreitet und dabei Dritte verletzt, ist selbst für  das öffentliche Informationsinteresse verantwortlich. Derjenige muss es daher – neben der strafrechtlichen Konsequenzen – hinnehmen, dass sich öffentlich mit seiner Tat auseinandergesetzt wird. Hierzu dienen auch Informationen über Internetplattformen. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um ein Ereignis der Zeitgeschichte handelt, welches zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch Aktualität aufweist, und die betreffende Person das Interesse der Öffentlichkeit selbst hervorgerufen hat.